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Der Literaturkreis im Pflegezentrum Marsch und Geest

Seit August 2018 gibt es in unserer Einrichtung einen Literaturkreis.
Gesprächsleiter ist Reiner Kreft aus Kronprinzenkoog.
Die Texte bringt Reiner (wie er von allen genannt werden möchte) mit.
Er liest sie immer noch einmal schön langsam und laut vor.

Der Zauber steckt immer im Detail“ - ein neuer Alter stellt sich vor

Die Erfahrung machen wir wohl häufig in unserem Leben: Auf die Einzelheiten kommt es oft an, in unserem Denken, im miteinander reden, im Gespräch. Selten geht es um Gott und die Welt, meist um die kleinen, aber wichtigen konkreten Fragen in unserem Alltag, die uns beschäftigen, umtreiben.

Unser Dichter Theodor Fontane thematisiert das immer wieder in seinen fast zahllosen Briefen, im Handeln der Figuren in seiner Erzählwelt der Romane. Er sieht sogar einen „Zauber“ gerade in den Einzelheiten, wie er in einem Brief an einem guten Freund, den Amtsrichter Georg Friedlaender, schreibt.

Aber bevor ich hier so fast unhöflich drauflosplaudere, will ich mich kurz vorstellen: Ich heiße Reiner Kreft, bin seit 20 Jahren Pastor im Ruhestand, bin fast 40 Jahre in einer Berliner Klinik als Krankenhausselsorger tätig gewesen. Hobby war und ist für mich ein Literaturkreis. Eine Gruppe, in der ich im Gespräch bin mit meinen Mitmenschen über Fragen, die uns – möglichst-konkret – unser Alltag stellt. Sicher, wir suchen dabei letztlich nach Antworten. Wir müssen jedoch auch damit leben, wenn diese ausbleiben.

Eine Gruppe wird zu einer Gemeinschaft, wenn wir solche Defizite aushalten. Oftmals macht unser Leben des Fragestellen, die Neugier, spannend. Als Pastor wage ich zu sagen:“ Was wäre der Glaube ohne unseren Zweifel“? Nach dem Ende meines zweiten Literaturkreises hier oben in Kronprinzenkoog –  er bestand fast elf Jahre, suche ich nun nach einem neuen Anfang. Der Kreis in Marsch & Geest ist nun auch fast ein Jahr „alt“. Ich fühle mich von Beginn an angenommen und eingeladen. Jedoch wäre der Start nicht so gut verlaufen, wäre da nicht die vorbehaltslose Mithilfe der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses gewesen, die kaum müde werdende Motivation, die von Hilke Kronas ausgeht, ihre herzliche Verbindlichkeit und natürlich die Lebendigkeit unserer Gespräche in der Gruppe:

Die Fragen stellen uns die Texte – Märchen, Kurzgeschichten, Gedichte, Fabeln, alles aus dem weiten Schatz der Literatur. Ich verstehe unseren Literaturkreis als einen Gesprächskreis. Und bisher wurde ein „Zauber im Detail“ immer deutlicher: Viel Unterschiedliches, auch Kontroverses wird zum Gespräch beigetragen. Auch Lustiges und Problematisches kommt nicht zu kurz. In der letzten Sitzung hatten wir eine Bildergeschichte („Das Pusterohr“) von Wilhelm Busch behandelt. –  Am Ende eines Treffens werden immer die Texte für das Nächste mitgegeben.

Wir treffen uns immer am 3. Mittwoch des Monats um 15:30 Uhr, nach dem Kaffeetrinken im Bingoraum. Auf Ihr Mitmachen, sollten Sie noch nicht dabei gewesen sein, freut sich der Literaturkreis und Ihr Reiner Kreft
Reiner Kreft